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Do 08.04.2004 09:00 - 2. Unternehmerabend der CDU Hörselberg mit Wirtschaftsminister
Zum Unternehmerstammtisch hatten die CDU- Freunde der Hörselberggemeinde für Dienstag Abend eingeladen. Zu Gast waren der Thüringer Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz und der für die Hörselberggemeinde zuständige Wahlkreisabgeordnete Gustav Bergemann.
Die Belange der Region standen im Mittelpunkt, das geringe Eigenkapital der Firmen, stille Beteiligungen des Landes, teure Kredite des freien Marktes oder die fehlende Kommunikation des hiesigen Mittelstandes mit den ansässigen Industrie-Unternehmen als Auftraggeber.
Kreishandwerksmeister Claus-Peter Senf auch Nachholbedarf bei den Handwerkern aus: Wer sich einschließt, lernt niemanden kennen. Wer Kräfte nicht bündelt, bleibe wirkungslos. Jürgen Bieniek, Chef einer Zimmerei aus der Hörselberggemeinde, kritisierte die Ausschreibungs-Praxis der öffentlichen Hand. Man müsse ja nicht immer den billigsten Bieter nehmen, meint Bieniek. Schließlich zahlten die heimischen Unternehmen vor Ort die Steuern. Steffan, auch Bürgermeister der Gemeinde, erinnerte diesbezüglich an den Fall der Fassaden-Malerarbeiten am Kulturzentrum Wenigenlupnitz, wo eine heimische Firma nur 350 Euro über dem billigsten Gebot lag. Die VOB-Vergabestelle habe Steffan von der Intervention abgeraten und das Risiko einer Klage betont, wenn der nicht dem billigsten Bieter den Zuschlag erteile. "So werden Kommunen auch vorsichtig", erwiderte Steffan.
Der Minister ergänzte, dass sich Kommunen eben an Gesetze halten müssen. "Mit diesen Vergaberichtlinien ziehen deutsche Firmen in zwei Jahren den Kürzeren gegenüber Firmen aus Osteuropa", entgegnete Bieniek.
CDU-Landtagsabgeordneter Gustav Bergemann prophezeit keine Flut von Arbeitskräften aus den neuen EU-Ländern. Aber Gerichte würden Arbeit bekommen bei Ausschreibungen und geforderten Qualitäts-Standards.
An der Reform-Politik der rot-grünen Bundesregierung ließ die CDU-Mannschaft kaum ein gutes Haar, kritisierte Ausbildungsabgabe, Steuern, Lohnnebenkosten, die Forderungen der Gewerkschaften und das jüngste Papier von Regierungsberater Donany. "Nicht die Ost-Förderung ist für die wirtschaftliche Talfahrt der Republik verantwortlich", meinte Peter Husemann, Chef des Eisenacher Wirtschaftsbeirates. Eine gute Nachricht brachte Minister Reinholz noch mit. Das Modell der "Mietfabrik" (LEG baut Produktions-Gebäude, der Unternehmer zahlt Miete) habe nun erstmals auch auf dem Industrie-Gebiet Kindel Fuß gefasst. Dieses Modell ist vor allem für Jung-Unternehmer interessant.

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