"Auf allen Bahnstrecken, die mit mehreren Zügen betrieben werden, sollten zusätzliche automatische Sicherungssysteme installiert werden", forderte heute der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, vor dem Thüringer Landtag in Erfurt. "Bis 2013 werden nochmals über 130 Kilometer der eingleisigen Streckenabschnitte in Thüringen mit der "Punktförmigen Zugbeeinflussung" ausgerüstet, das beim Überfahren eines Haltesignals den Zug automatisch bremst. Ich werde mich bei der Bahn dafür einsetzen, dass auch die dann noch verbleibenden Strecken mit Mehrzugbetrieb schrittweise mit Sicherungssytemen zur automatischen Zugbeeinflussung ausgerüstet werden", sagte Carius.
Laut der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung sind auf Strecken, die für eine Geschwindigkeit bis zu 100 km/h zugelassen sind, keine zusätzlichen Sicherungssysteme vorgeschrieben. Daher entsprechen alle Thüringer Eisenbahnstrecken den gültigen Vorschriften. Dennoch hat die Bahn bereits in der Vergangenheit zahlreiche dieser Strecken mit zusätzlichen Einrichtungen zur automatischen Zugbeeinflussung ausgerüstet. In Thüringen werden bis 2013 die Strecken Eisenach - Eisfeld, Leipzig - Gera - Saalfeld - Probstzella, Wolkramshausen - Erfurt und Gera-Debschwitz - Weichlitz mit zusätzlichen Sicherungssytemen versehen. Von den rund 800 Kilometern eingleisiger Strecken der Bahn, die mit bis zu 100 km/h befahren werden, sind nach Angaben der Deutschen Bahn derzeit 43 Prozent mit der "Punktförmigen Zugbeeinflussung" ausgerüstet. Durch die bereits geplanten Investitionen wird sich dieser Anteil bis 2013 auf über 60 Prozent erhöhen. Bei den Strecken, die für Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 km/h zugelassen sind, werden dann mehr als 90 Prozent mit diesem Sicherungssystem ausgerüstet sein. Eine Nachrüstung ist nicht auf allen Strecken sinnvoll (z.B. Strecken mit Einzugbetrieb).
|