"10 Jahre CDA Thüringen sind Anlass auch ein Stück stolz zu sein" sagte der Thüringer CDA- Landesvorsitzende Gustav Bergemann und stellvertretende Bundesvorsitzende, in seiner Rede anlässlich des 10. Jahrestages der Gründung der CDA in Thüringen, am 6. April in Erfurt.
In seinen Ausführungen ließ er noch einmal diese ereignisreichen Jahre Revue passieren:
Nach 1945 stellte sich die Aufgabe, christlich- soziale Ideen in den neu geschaffenen Einheitsgewerkschaften und in der CDU zu repräsentieren.
Zum Zusammenschluss der Sozialausschüsse auf gesamtdeutscher Ebene am 29./30. November 1947 auf der Reichstagung in Herne trafen sich die Einigungswilligen.
Die später als Sozialausschüsse der CDU wirkenden Sozialpolitiker aus den Reihen der CDA haben in allen Programmen der Volkspartei ihre Handschrift hinterlassen.
So zum Beispiel:
· 1949 Tarifvertragsgesetz,
· Betriebsverfassungsgesetz,
· Mitbestimmungsgesetz der Arbeitnehmer,
· Wirtschafts-, Währungs-, Sozialunion,
· soziale Pflegeversicherung, -
und bis heute nicht immer ohne Auseinandersetzungen mit unserer Mutterpartei CDU.
Ist die Geschichte der CDA auch relativ kurz, ihre geistigen Wurzeln reichen tief. Aus der Tradition der katholischen Soziallehre und der evangelischen Sozialethik bringen wir auch in Thüringen unsere Ideen und Vorstellungen in unsere CDU und in die Einzelgewerkschaften des DGB Thüringens ein.
Für soziale Gerechtigkeit, für soziale Sicherheit, für gesellschaftliche Integration und für Entfaltungsmöglichkeiten des Individuums einzutreten, das waren die Ziele des sich am 06.01.1990 in Berlin gründenden CSA.
Am 23.02.1990 beschlossen die Arbeitnehmergruppen aus ganz Thüringen die Mitarbeit innerhalb der CDU. Das Ziel war der Wille zur Übernahme politischer Verantwortung, soziales Engagement und die Interessenvertretung der Arbeitnehmerschaft in der CDU.
Ehemalige FDGB- Funktionäre hatten sehr schnell die Zeichen der Zeit erkannt und anfangs unterstützt durch teilweise ahnungslose Gewerkschaftsfunktionäre aus den alten Ländern, versucht Tritt zu fassen und uns zuvor zu kommen.
Entscheidende Hilfe beim Aufbau leisteten benachbarte CDA- Landesverbände aus Hessen, Rheinland- Pfalz, NRW, Niedersachsen und Bayern. Zahlreiche Betriebs- und Personalräte wurden mit ihrer beispielhaften Unterstützung gewählt.
Es folgten schwierige Jahre im Aufbauprozess, um als kleines Rädchen im großen Getriebe unserer Partei Stimme und Gehör für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzubringen.
"Die Starken für die Schwachen" - getreu dem Motto der 1. Landestagung am 23.02.1991 wurde der 1. Landesvorstand der Christlich- Demokratischen Arbeitnehmerschaft Thüringens gewählt.
Es war eine spannende Zeit, denn es gab keinerlei Strukturen, keiner von uns kannte ein Betriebsverfassungsgesetz oder Personalvertretungsgesetz, kannte sich im Arbeitsrecht aus. Wie wählt man Interessenvertretungen - nicht zuletzt auch als Gegenpart gegen plötzlich um 180° gewandelte ehemalige Direktoren, die inzwischen Geschäftsführer geworden waren.
Welch hohe Akzeptanz die CDA als Vereinigung innerhalb der CDU Thüringens genießt, äußerten unter anderem in Ihren Grußworten:
· die Landtagspräsidentin, Christine Lieberknecht, MdL,
· der Landesvorsitzende der CDU Thüringens, Dieter Althaus, MdL,
· der Vorsitzende des DGB, Frank Spieth und
· die Vereinigungsvorsitzenden der CDU Thüringens: JU, SU, MIT, FU.
Festredner war der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, unser CDA- Kollege
Dr. Bernhard Vogel. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Musikschule Hummel aus Erfurt.
Für die geübte Solidarität und Unterstützung beim Aufbau in den neuen Bundesländern gebührt den Bürgerinnen und Bürgern im westlichen Teil unseres vereinten Vaterlandes ein besonders herzlicher Dank.
Eine solche Energieleistung, wie im Osten Deutschlands vollbracht, die bisher in der Welt ihres gleichen sucht, kann man nur gemeinsam vollbringen. Deshalb bitte ich die Bürgerinnen und Bürger aus den alten Bundesländern: "Kommen Sie zu uns und überzeugen Sie sich, was wir miteinander in dieser kurzen Zeit geleistet haben, denn richtig ist auch, wir benötigen noch für einige Zeit den Solidarpakt, um gleichwertige Lebensverhältnisse im Osten Deutschlands zu erreichen."
"Im Mittelpunkt unseres Handelns steht der Mensch" -
so haben wir alle gemeinsam mitgeholfen, dass Thüringen heute einen Spitzenplatz unter den 5 neuen Bundesländern einnimmt. Darauf können wir wirklich stolz sein!
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